Amazon verkauft Händlern seine Technik fürs kassiererlose Shoppen

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Amazon arbeitet weiter an der Abschaffung des Kassenbands und des Kassiererberufs. Das Unternehmen wolle die Technik hinter seinen kassiererlosen Supermärkten an andere Händler verkaufen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. “Mehrere” solcher Deals habe Amazon nach eigenen Angaben auch bereits abgeschlossen, heißt es, konkrete Namen werden jedoch nicht genannt.

“Just Walk Out” – einfach rausgehen – nennt Amazon die Technik. In seinen eigenen “Amazon Go”-Märkten funktioniert sie so: Kunden müssen vorab eine App herunterladen und damit am Eingang “einchecken”. Ab da registrieren Kameras an den Decken und Sensoren in den Regalen, was sie einpacken. Das System funktioniert ohne Gesichtserkennung. Die Menschen werden stattdessen als 3D-Objekte wahrgenommen. Am Ausgang müssen sie ihr Smartphone wiederum nur an eine Schranke halten, um “auszuchecken”. Die Summe für die gekauften Waren wird automatisch abgebucht.

Bei den künftigen Partnerhändlern werden Kunden statt mit einer App mit ihrer Kreditkarte einchecken, schreibt Reuters. “Just Walk Out Technology by Amazon” wird auf den Drehkreuzen stehen, es soll der einzige Hinweis auf Amazon in einem Geschäft sein. Die Deckenkameras und Regalsensoren gehören aber zum Paket dazu.

Keine Datenauswertung durch Amazon geplant
Wer eine Quittung haben will, muss im Geschäft seine E-Mail-Adresse angeben. An die schickt Amazon nach der Kreditkartenabbuchung dann den Beleg. Die Adresse wird zusammen mit der Kreditkartennummer gespeichert.

Amazon würde damit einen Teil der Infrastruktur seiner physischen Konkurrenten übernehmen. Deshalb ist fraglich, ob gerade große Ketten wie Walmart darauf eingehen werden. “Potenziell” sei das aber durchaus möglich, sagte der zuständige Amazon-Manager Dilip Kumar im Gespräch mit Reuters.

Zum dahinterstehenden Geschäftsmodell wollte Kumar nichts sagen. Jenseits der reinen Hardware dürfte auch die Abwicklung über Amazons Clouddienst dazugehören. Eine Auswertung der Kundendaten für Werbezwecke ist hingegen nicht vorgesehen.

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