Commerzbank-Gewinn bricht ein

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Die Commerzbank hat 2019 deutlich weniger verdient als im Jahr zuvor. Unter dem Strich sank der Gewinn 2019 um ein Viertel auf 644 Millionen Euro, wie das Institut mitteilte. Allerdings hatten Analysten vor der Bekanntgabe der Jahresbilanz mit einem noch größeren Einbruch gerechnet.

Das Tagesgeschäft verlief besser als erwartet – die Kundenzahlen stiegen und auch der operative Gewinn wuchs um ein Prozent auf knapp 1,26 Milliarden Euro. Dass der Gesamtgewinn dennoch sank, liegt an den höheren Steuern und Kosten für den laufenden Stellenabbau. Konzernchef Martin Zielke zeigte sich bei der Bilanzvorlage mit dem Ergebnis insgesamt zufrieden. “Bei der Strategie haben wir bereits greifbare Fortschritte erzielt. Das stimmt mich mit Blick auf unsere Renditeerwartung optimistischer, als ich es im vergangenen Herbst war.” Bereits im September war die Bank von ihrem erklärten Ziel abgerückt, den Gewinn aus dem Jahr 2018 – nach neuen Berechnungen 862 Millionen Euro – zu übertreffen.

Damals hatte die Commerzbank auch die Komplettübernahme der Onlinetochter Comdirect und den Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an der polnischen mBank angekündigt. Den erwarteten Erlös aus der Trennung von der polnischen Tochter will das Management nutzen, um den Stellenabbau und Filialschließungen zu bezahlen. Unter dem Strich will die Commerzbank bis 2023 weitere 2300 Stellen abbauen. Ende vergangenen Jahres hatte die Bank nach Angaben eines Sprechers auf Vollzeitbasis knapp 40.400 Mitarbeiter. Zudem wird jede fünfte der etwa tausend Filialen geschlossen. Jüngsten Medienberichten zufolge läuft der Verkauf der mBank jedoch bisher schleppend. Zielke hatte das Ziel ausgegeben, den Prozess bis Ende 2020 abzuschließen.

Bund ist größter Aktionär
In zwei Wochen feiert die Commerzbank ihr 150-jähriges Bestehen. In ihrem Jubiläumsjahr machen ihr wie der gesamten Branche Zinstief, Konjunkturflaute und Regulierungskosten zu schaffen. Der Commerzbank gelang es im vergangenen Jahr dennoch, die Erträge – also die gesamten Einnahmen – etwas zu steigern: von 8,57 Milliarden Euro auf gut 8,64 Milliarden Euro. Für das laufende Jahr peilt der Vorstand mindestens ein ähnliches Niveau an. Allerdings rechnet das Institut auch damit, dass es mehr Geld für mögliche Kreditausfälle zur Seite legen muss.

Die Aktionäre sollen für 2019 erneut eine Dividende erhalten, allerdings werden es nur 15 Cent je Anteilsschein. Für 2018 gab es eine Gewinnausschüttung von 20 Cent je Aktie. Größter Anteilseigner der Commerzbank ist seit der Rettung mit Steuermilliarden in der Finanzkrise ab 2008 der deutsche Staat.

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