Die Bundesregierung will die Deutschen am Samstag aus Wuhan vertreiben

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Die rund 90 Deutschen, die sich im Ausbruchsgebiet des Coronavirus befinden, sollen am Samstag ausgeflogen werden. Eigentlich war die Evakuierungsmission durch die Bundeswehr bereits für den heutigen Mittwoch angedacht. Die Mission war bereits am Montag im Krisenstab der Bundesregierung beschlossen worden.

Nach SPIEGEL-Informationen gibt es jedoch mehrere Stolpersteine für die Operation. Da ist zum einen die chinesische Regierung. In Peking ist man grundsätzlich gegen die Evakuierung von Ausländern aus Wuhan, weil man fürchtet, die eigene Bevölkerung könne sich zurückgesetzt fühlen.

Zudem waren die Chinesen gegen die Landung einer Maschine der Bundeswehr in Wuhan. Allein die Bilder einer solchen Mission könnten aus der Sicht der dortigen Regierung den Eindruck erwecken, das Virus sei gefährlicher als bisher gedacht. Deswegen ist die Bundesregierung auch mit Lufthansa im Gespräch. Möglicherweise chartert man dort einen Jet, wenn die Bundeswehr nicht fliegen darf. In Regierungskreisen hieß es, die USA hätten ihre Staatsbürger auch nicht mit Militärmaschinen ausfliegen dürfen, dies gelte wohl auch für Deutschland.

Dass sich die Rückholung verzögerte, hat aber auch innenpolitische Gründe. Die Bundesländer waren sich nicht einig, wie sie mit den Rückkehrern umgehen sollen. Einige Landesregierungen wollten sie aus Sicherheitsgründen in Krankenhäusern isolieren, bis sich herausstellt, ob die Krankheit ausbricht. Andere Länder und auch die Bundesregierung halten das für übertrieben. Dort argumentiert man, dass bisher unter den 90 Deutschen kein Fall von einer Corona-Infektion oder gar einer Erkrankung bekannt sei. Außerdem können die Behörden niemanden gegen seinen Willen in einem Krankenhaus festhalten, das geht selbst bei wesentlich gefährlicheren Grippe-Epidemien nicht.

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