“Ich bin nicht der Date-Doctor zwischen Union und Kanzleramt”

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Frau Kramp-Karrenbauer, mit Armin Laschet und Jens Spahn haben sich jetzt zwei Bewerber zu einem Team zusammengetan, das eine gewisse Breite der Partei abdeckt, von konservativ bis liberal. Sehen Sie die beiden gegenüber den Einzelbewerbern Friedrich Merz und Norbert Röttgen im Vorteil?
Die CDU hat augenscheinlich viele gute Bewerber. Die Aufgabe einer Volkspartei und ihrer Führung ist es, die gesamte Breite abzubilden. Darin entscheidet sich die Zukunftsfähigkeit der CDU.

Im Moment bin ich, wie gesagt, sehr damit beschäftigt, diesen Prozess zu führen, an dessen Ende ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gewählt wird. Da wird auch bis zum Parteitag am 25. April erst mal für nicht viel anderes Platz sein.

Die Unruhe, die jetzt zu beobachten ist, hat es genauso gegeben, als Angela Merkel 2018 angekündigt hatte, den Parteivorsitz abzugeben. Auch damals ging es um die Frage: Wer kandidiert, wie ist das Verfahren? Das ist erst mal ganz normal. Und wenn Sie auf die Ereignisse in Thüringen anspielen: Die sind eben auch den schwierigen Verhältnissen in Thüringen geschuldet, die von der dortigen CDU mitverschuldet worden sind. Da sind Entscheidungen, die wir in den Führungsgremien der Bundespartei gemeinsam getroffen haben, leider nicht immer gemeinsam nach außen mitgetragen worden. Die CDU braucht aber alle Kräfte, um diese schwierigen Fragen zu lösen. Und ich sehe mich als Teil der Lösung. Deshalb habe ich mich entschieden, den Weg freizumachen.

Dass die ungeklärte Frage der Kanzlerkandidatur eine große Unruhe in die Partei bringt. Ich habe hier eine sehr aufschlussreiche Umfrage aus Hamburg, demnach sagen 83 Prozent der Befragten und 73 Prozent der CDU-Anhänger, dass man bei der CDU nicht mehr weiß, wer das Sagen hat, seit Angela Merkel den Parteivorsitz aufgegeben hat. Wir haben hier also eindeutig eine ungeklärte Führungsfrage. Und ich bin für mich zu dem Schluss gekommen, dass diese Führungsfrage geklärt werden muss.

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