Letzte Chance – Banner hochhalten

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Plakativer Protest: Nach den Spielunterbrechungen vom vergangenen Wochenende (Stichwort: Dietmar Hopp) war die Sorge bei den Klubverantwortlichen groß. Bloß keine Fadenkreuze auf Bannern sollten Fans beider Klubs präsentieren. Und bloß keine “Hurensohn”-Schriftzüge auf Plakaten in die Luft heben, wobei nicht klar ist, ob diese Beleidigung im Stadion tatsächlich für einen Spielabbruch genügt. So waren die Fernsehkommentatoren fast mehr damit beschäftigt, Plakate der Fans, statt Spielzüge der Teams zu deuten. Weil die Proteste der Fangruppen über der Gürtellinie blieben, rückte irgendwann dann doch das Spiel in den Vordergrund.

Das Ergebnis: Bayern München ist durch einen 1:0 (1:0)-Sieg gegen Schalke 04 ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. Lesen Sie hier den Spielbericht. Und lesen Sie hier das Minutenprotokoll.

Die letzte Chance: “Wenn wir jetzt ein Hurensohn-Plakat zeigen”, stand auf einem Banner der Schalke-Fans, “hört ihr dann auch auf zu spielen und wir schaffen es ins Elfmeterschießen?”. Es wäre wohl die einzige Chance der Schalker gewesen.

Alter Unmut, neuer Unmut: Der angekündigte Wechsel von Schalkes Torhüter Alexander Nübel zu Bayern München sorgte für großen Unmut bei den Schalke-Fans. Daraufhin stürzte Nübel in eine sportliche Krise. Nachdem er eine Rotsperre abgesessen hatte, kehrte er zwar ins Tor der Schalker zurück, machte aber mit teils kuriosen Torwartfehlern auf sich aufmerksam. Trainer David Wagner nahm ihn für das Bayern-Spiel aus dem Fokus, brachte Markus Schubert und verhinderte damit, dass am Dienstagabend auf Schalke zwei Torhüter ausgepfiffen wurden. Manuel Neuer war nämlich 2011 von Gelsenkirchen nach München gewechselt, das haben ihm die Schalke-Fans bis heute nicht verziehen.

Die erste Hälfte: Den Bayern und Trainer Hansi Flick glitt das Spiel nur selten aus den Händen. Kurz vor der Pause wollte er einen ins Aus geflogenen Ball fangen, ihm rutschte der Ball jedoch durch die Finger. Zuvor hatte Joshua Kimmich die Münchner mit einer Direktabnahme nach einer Ecke in Führung gebracht. Mit seinem Schuss tunnelte er gleich zwei Gegenspieler, die Schubert derart irritierten, dass der 21 Jahre alte Torhüter nicht mehr reagieren konnte.

Der Strafraumreiniger: Guido Burgstaller ist kein Stürmer, von dem Wunderdinge erwartet werden. Wenn er gegen den Ball arbeitet und den unzähligen langen Bällen seiner Mitspieler hinterher sprintet, sind Trainer und Fans zufrieden. Gegen die Bayern kam sogar Torgefahr hinzu, erst traf er nach einer Hereingabe von Weston McKennie artistisch die Latte (13. Minute), dann wurde sein Treffer wegen einer Abseitsstellung aberkannt (20.). Insgesamt wurde er aber gebracht, um mit dem Ball die zweiten Bälle zu gewinnen und gegen den Ball wüst die Münchner Innenverteidigung anzulaufen. Mit seinem Schnurrbart hätte er auch Bjarne Mädel als Tatortreiniger ablösen können.

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