Röttgen will CDU-Vorsitzender werden

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Auch der nordrhein-westfälische Politiker Norbert Röttgen will CDU-Vorsitzender werden. Das bestätigte er dem SPIEGEL. Die “Rheinische Post” hatte zuerst über die Personalie berichtet. Der 54-Jährige habe seine Kandidatur in einem Schreiben an die scheidende Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer angekündigt.

Röttgen ist Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages. Er war außerdem von Herbst 2009 bis Mai 2012 Bundesumweltminister. Er setzte sich 2010 in einer Mitgliederbefragung um den NRW-Landesvorsitz gegen den Konkurrenten Armin Laschet durch. Die Landtagswahl 2012 verlor er. Als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages konnte er sich danach international neu profilieren.

Er sei der festen Überzeugung, dass es um weit mehr gehe als den Parteivorsitz und schon gar nicht um die Interessen Einzelner, schrieb Röttgen den Angaben zufolge. “Die Lage ist so ernst, dass es um die Zukunft der CDU geht und darum, was sie für die Stabilität Deutschlands bedeutet.” Dies wolle er in einem offenen Prozess in die CDU einbringen.

Kramp-Karrenbauer wird heute das erste Gespräch mit potenziellen Kandidaten führen. Sie trifft den früheren Unionsfraktionschef Friedrich Merz. Aus dessen Umfeld verlautete bereits, dass Merz zu einer Kandidatur entschlossen sei. Als weitere Favoriten für diese Posten gelten CDU-Vize und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet sowie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

Um eine Kampfkandidatur zu vermeiden, wird inzwischen von einer Teamlösung gesprochen. Das heißt wohl, dass schon vorher unter den Favoriten geklärt werden soll, wer welchen Posten in dem Team bekommen soll – Parteivorsitz, Kanzlerkandidatur, Fraktionsvorsitz oder Ministerposten.

In der Diskussion über die Neuaufstellung der CDU hatte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther zuvor angeregt, weiter auch auf Kanzlerin Merkel als Zugpferd im nächsten Bundestagswahlkampf zu setzen. “Mit Angela Merkel haben wir als CDU alle Chancen, ein sehr gutes Ergebnis bei der Bundestagswahl zu holen”, sagte der CDU-Politiker in den ARD-“Tagesthemen”. “Wir können von den Sympathien profitieren, die sie bei den Menschen hat.”

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