Schützt ständiges Wassertrinken vor einer Coronainfektion?

0 3.108.978

Wo Krankheit droht und gleichzeitig Informationen und einfache Lösungen fehlen, sind Verschwörungstheorien, Wunderheiler und Kettenbriefe nicht weit. So auch im Fall des Coronavirus.

Auf WhatsApp und in sozialen Medien machen derzeit Ratschläge die Runde, wie man sich angeblich vor einer Infektion schützen kann – gerne verschickt von besorgten Müttern. Auch die Anleitung für einen Selbsttest auf das Virus enthält der Text. Aber taugen diese Tipps? Ein Faktencheck.

Wahre Gefahr: Falsche Gesundheitsinformationen
Der Ratschlag zum Wassertrinken stammt angeblich von einem Experten: “Exzellente Beratung durch japanische Ärzte, die Covid-19-Fälle behandeln. Jeder sollte sicherstellen, dass Ihr Mund und Hals feucht und niemals trocken ist”, heißt es, grammatikalisch nicht ganz sauber, in der Nachricht. Darauf folgt der Hinweis, alle 15 Minuten ein paar Schlucke Wasser zu trinken, um sich vor einer Coronainfektion zu schützen.

Die Begründung: “Selbst wenn das Virus in Ihren Mund gelangt, das Trinken von Wasser oder anderen Flüssigkeiten spült es durch Ihre Speiseröhre in den Magen. Dort angekommen, tötet die Magensäure das Virus ab. Wenn Sie nicht regelmäßig genug Wasser trinken, kann das Virus in Ihre Luftröhre und in die Lunge gelangen. Das ist gefährlich.”

Tatsächlich gefährlich sind jedoch derart unseriöse Gesundheitsinformationen. Zwar infiziert das neuartige Coronavirus die Atemwege, wenn es ihm gelingt, über Mund, Nase oder Tränenkanäle in den Körper vorzudringen. Je nachdem, wie stark sich das Virus in den Zellen im Rachen oder in der Lunge ausbreitet, kann es gefährlich werden.

Durch Wassertrinken lässt sich das allerdings nicht verhindern. Hat es das Virus in den Mund geschafft, ist es zu spät.

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.