Wie halten sie’s mit der Wirtschaft?

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Friedrich Merz denkt ökonomisch – das zeigt er auch dann gern, wenn es eigentlich um Parteipolitik geht: Mit einer “Kartellbildung zur Schwächung des Wettbewerbs” verglich Merz die Tatsache, dass sein Konkurrent Armin Laschet mit Jens Spahn als Stellvertreter ins Rennen um den CDU-Vorsitz geht. Um dann hinzuzufügen, in der Politik seien Kartelle “durchaus legitim”.

Wie halten es Merz, Laschet und ihr Mitbewerber Norbert Röttgen mit der Wirtschaft? Für die drei Kandidaten ist das in den kommenden Wochen eine Schlüsselfrage. Die Nähe zu Unternehmen war der CDU immer wichtig, sie spiegelt sich in Institutionen wie ihrem Wirtschaftsrat oder dem Parlamentskreis Mittelstand. Dennoch knirschte es zwischen beiden Seiten in letzter Zeit merklich.

Vor diesem Hintergrund bietet sich besonders Merz nun als Wirtschaftsversteher an. Schließlich arbeitete er vor seiner Rückkehr auf die bundespolitische Bühne gut zehn Jahre in der Privatwirtschaft, zuletzt als Deutschland-Aufsichtsratschef des Vermögensverwalters Blackrock.

Nachdem Merz erneut seinen Hut in den Ring geworfen hatte, dauerte es nicht lange, bis sich Wirtschaftsvertreter wie Trigema-Chef Wolfgang Grupp oder Europapark-Mit­grün­der Ro­land Mack für ihn aussprachen. Die Unterstützung des CDU-Wirtschaftsrates ist dem Sauerländer eh sicher, schließlich ist er sein Vizepräsident. Und auch die Mittelstands- und Wirtschaftsunion stellte sich am Montag offiziell hinter Merz. Dieser sei “der am besten geeignete CDU-Vorsitzende und spätere Kanzlerkandidat”.

Doch auch zu Laschet und Röttgen sind wohlwollende Kommentare zu hören. Für die Wirtschaft seien “alle drei respektable Kan­di­da­ten”, sagte Fa­mi­li­en­un­ter­nehmer Jür­gen Hera­eus dem “Handelsblatt”. Gerade die beiden Favoriten haben zu vielen Fragen ähnliche Positionen – das zeigen Interviews, die sowohl Laschet als auch Merz gerade dem SPIEGEL gaben. Unterschiede gibt es jedoch auch – insbesondere in der Frage, wie stark die Politik in die Märkte eingreifen sollte. Und es gibt ein Thema, bei dem sich der ansonsten als Außenseiter gehandelte Norbert Röttgen profilieren könnte.

Steuern: Ewig lockt der Bierdeckel
Eine Steuererklärung auf dem Bierdeckel: Das ist der Evergreen in der politischen Biografie von Friedrich Merz. Das Bild stand für eine starke Vereinfachung der Einkommensteuer mit nur noch drei Steuersätzen und der Streichung fast aller Ausnahmen.

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